@ - ein Zeichen erobert die Welt

Im normalen Mailverkehr ist das at-Zeichen „@" nicht mehr wegzudenken. Es ist sowohl ein Synonym für Mail geworden als auch für Modernität und Fortschritt. Mit diesem Zeichen wird der Name des Empfängers von der Domäne getrennt.


Mailverkehr gibt es bereits seit Anfang der 70er Jahre. Die moderne Verwendung des Zeichens @ geht auf Raymond Samuel Tomlinson zurück. Tomlinson arbeitete Anfang der 70er Jahre am Arpanet Projekt. Arpanet war das militärische Netzwerk von Amerika. Hier wurden die Grundprinzipien des Internets auf sogenannten PDP Clustern entwickelt. Tomlinson entwickelte die Technik von Sendmail wie auch die ersten Mailboxen. Auch heute noch sind die Programme in den verschiedenen Unix Distributionen vorhanden. Raymond Samuel Tomlinson stand vor fast 40 Jahren vor dem Problem, dass die Empfängernamen von den Maschinennamen zu trennen waren. Es sollte ein Zeichen sein, das sehr wenig oder noch gar nicht in der normalen Sprache auftritt - er wählte dazu das ungewöhnliche Zeichen @. Wahrscheinlich ist das Zeichen, für das es bis zu diesem Zeitpunkt keine Lautzuordnung gab, aus einer Verschmelzung der Buchstabe a und d (lateinisch ad) entstanden. Das lateinische ad entspricht dem englischen at. Dasselbe Problem tritt bei Datenübermittlungen immer wieder auf: Felder müssen getrennt werden und dies kann nur mit Zeichen geschehen, die nicht im Datenstrom auftauchen. Das @-Zeichen hingegen hat weder eine Lautzuordnung noch einen eindeutigen Namen. Vielfach wird es auch als „Klammeraffen" bezeichnet. In anderen Sprachen, zum Beispiel in der hebräischen Sprache, wird es mit dem deutschen Begriff „Strudel" bezeichnet. Das ist ein sehr schöner bildlicher Ausdruck für die Form dieses Zeichens. Im ASII Code taucht das Zeichen in den erst 128 Byte auf. Das bedeutet, dass Mailadressen mit einem sehr geringen Zeichenbestand erfasst werden können. Heute im Zeitalter von UTF-8 und UTF-16 sind Zeichensatzprobleme nicht mehr so akut wie um das Jahr 1972. Damals gab es zum Teil nur Großbuchstaben und noch keine Umlaute. Trotzdem konnte auch in diesem reduzierten 7-Bit Zeichensatz das Zeichen @ erfasst werden. Der 7-Bit US Code in der Form ISO 646 ist die Urmutter aller Zeichensätze. Das heutige Zeitalter ist vom Spam, also von Müllmails, gekennzeichnet. Das Zeichen ist das Erkennungszeichen für Mailadressen geworden. Deswegen wird es heute gerne in Texten durch seine Entsprechung „at" ersetzt. Roboter sollen so schwere Mailadressen aus Texten isolieren können. Da ehemals seltene Zeichen ist heutzutage durch die Arbeiten von Raymond Samuel Tomlinson zu einem Massenzeichen geworden. Als Trennzeichen für Datenaustausch taugt es deswegen schon lange nicht mehr, denn zu hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es im Datenstrom existiert. Obwohl das Zeichen @ so verbreitet ist, kann es nicht ohne Weiteres als Bestandteil eines Firmennamens verwendet werden - amtlich ist es immer noch ein Sonderzeichen.