Consumer-to-Consumer (C2C)

Consumer-to-Consumer-Märkte haben durch das Internet an Bedeutung gewonnen. Bei Internetauktionen und über elektronische Marktplätze treten Verbraucher mit anderen Verbrauchern in direkten Online-Handel ein. Zusammen mit Bewertungsportalen und Web 2.0 Anwendungen hat C2C ein großes Wachstumspotenzial.


Consumer-to-Consumer (abgekürzt C2C oder CtoC) bezeichnet diejenigen Marktbereiche, in denen Verbraucher direkt mit anderen Verbrauchern kommunizieren und in Geschäftsbeziehung treten. Im Unterschied zum Business-to-Business (B2B) oder zum Business-to-Consumer-Bereich (B2C) handelt es sich hierbei um Märkte, die in ihren Strukturen noch wenig festgelegt und dank der rasanten Entwicklung des Internet durch eine starke Dynamik gekennzeichnet sind.
Im C2C-Bereich haben sich mit dem Internet viele erweiterte Möglichkeiten ergeben gegenüber herkömmlichen Märkten. Die weite Verbreitung und einfache Nutzung machen den aktiven Eintritt in das Marktgeschehen auch für bislang passive Verbraucher attraktiv, die sich auf diese Art mit vergleichsweise geringem Zeitaufwand an Online-Handel und e-Commerce beteiligen können. Typische C2C-Plattformen und Märkte sind Internetauktionen, bei denen ein Anbieter Produkte an den meistbietenden Nachfrager verkauft. In Kleinanzeigenmärkten im Internet wiederholt sich das bekannte Muster von Zeitungs-Kleinanzeigen in dem neuen Medium, das eine größere Reichweite besitzt und gleichzeitig die unmittelbare Kontaktmöglichkeit zum Anbieter bereitstellt. Hierher gehören auch elektronische Marktplätze, die sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert haben, zum Beispiel den Gebrauchtwagenhandel oder die Wohnungsvermittlung. Ebenso dem C2C-Bereich zuzuordnen sind Bewertungsportale, bei denen Nutzer Erfahrungsberichte einstellen und Kauf-Empfehlungen aussprechen können. Nicht zuletzt sind Online-Tauschbörsen zu nennen, bei denen Artikel eingetauscht oder zwischenverkauft werden, wie etwa CDs oder Videospiele.
Über die Plattformen mit unmittelbar kommerziellen Angeboten, sind desweiteren solche Internetangebote im C2C-Bereich zu verorten, in denen eine direkte Kommunikation von Verbraucher zu Verbraucher stattfindet. Dazu zählen etwa Internet-Foren, in denen ein unvermittelter Austausch, zum Beispiel über einzelne Produkte oder Produktgruppen geführt wird. Ferner sind Web 2.0 Anwendungen anzuführen, bei denen die Nutzer durch ihre Beiträge den Nutzwert des (kommerziellen) Internetangebots maßgeblich mitbestimmen. Schlussendlich ist auch das weite Feld des „viralen Marketing" mit einzubeziehen, bei dem Konsumenten bewusst oder unbewusst andere Konsumenten zum Artikel-Kauf oder zum Besuch einer Website animieren.
Generelle Vorzüge im Consumer-to-Consumer-Bereich sind der geringe Aufwand, die große Reichweite und die bequeme Nutzung am Heim-PC oder vom Laptop aus. Der Kauf oder ein Vergleich von Waren ist im Internet leicht und schnell möglich. Daneben können die Erfahrungen und Bewertungen anderer Konsumenten in die Kaufentscheidung einfließen oder auf die Angebotsgestaltung einwirken. In mancher Hinsicht werfen C2C-Märkte aber auch Probleme auf. Für die Nutzer ist die Überprüfung der korrekten Darstellung der angebotenen Waren vor dem Kauf selten möglich. Nicht immer lässt sich die Identität des Verkäufers oder Käufers zweifelsfrei feststellen. Hinsichtlich der Zahlverfahren können Einschränkungen hinzunehmen sein. Ob sich der C2C-Bereich im Internet mit demselben Tempo fortentwickeln wird, ist kaum vorauszusagen. Insgesamt wird aber das potenzielle Consumer-to-Consumer-Marktvolumen als sehr groß eingeschätzt.