Cross Stocking: Grundlagen

Hinter dem Begriff Cross Stocking verbirgt sich ein bestandsloses Lagerkonzept, dass gegenüber herkömmlicher Lagerhaltung einiges an Einsparungspotential verspricht. Welche weiteren Vorteile Cross Stocking bietet, und wie sich ein solches System umsetzen lässt, erläutert dieser FAQ-Artikel.


Grundsätzlich lässt sich Cross Stocking als ein bestandsloses Lagerkonzept beschreiben. Der aus dem Englischen stammende Begriff ist auch unter dem Synonym „X-Stocking" bekannt, und bedeutet frei ins Deutsche übersetzt „Kreuzlagerung". Der Begriff selbst lässt sich auf die Art und Weise zurückführen, wie Warenlieferungen im traditionellen Sinne am Umschlagsplatz bearbeitet werden. Auf das wesentliche beschränkt sind etwa zwei gegenüberliegende Be- und Entladerampen in einem Lagerhaus vorstellbar. Auf der einen Seite werden die angelieferten Waren entladen, und auf der anderen direkt wieder verladen und ausgeliefert. Der gesamte Prozess des Cross Stocking läuft demnach größtenteils ohne jegliche Zwischenlagerung ab, wodurch das jeweilige Distributionszentrum nicht mehr als Lager, sondern vielmehr als Warenumschlagsplatz dient. Die grundsätzlichen Vorteile eines Lagerkonzeptes wie dem Cross Stocking sind auf den ersten Blick ersichtlich: Geringe bis keine Lagerhaltungskosten und schnellere Distributionswege zum Kunden. Anwendung findet diese Art der Distribution seit den 1990er Jahren vor allem im Bereich der Frischeprodukte. In Zeiten des E-Commerce profitieren aber auch andere Bereiche von derartigen Lagerkonzepten. Vorteilhaft ist das Cross Stocking beispielsweise bei Produkten, die nur selten von der Kundschaft nachgefragt werden. Die Vorratshaltung einer bestimmten Stückzahl solcher Artikel würde unnötige Lagerungskosten beanspruchen, und somit die Gewinnspanne der Produktpalette belasten. Vor allem in solchen Fällen, aber auch generell im Bereich des E-Commerce empfiehlt es sich, die eigenen Lagerbestände so gering wie möglich zu halten, oder gänzlich abzuschaffen. Das Cross Stocking reiht sich nahtlos in die Liste jener Vorteile ein, die der Betrieb eines Onlineshops einem Einzelhandelsgeschäft gegenüber aufweist. Während der Einzelhandel etwa Mieten für sein Ladengeschäft und seine Lagerräume entrichten muss, sind die Kosten für eine Warenpräsentation im World Wide Web nur marginal. Durch den Einsatz eines Lagerkonzepts wie dem Cross Stocking wird die Kostenstruktur weiter entlastet, indem die eigene Logistikstufe einfach vorgelagert wird, und so dem Lieferanten zufällt. Grundsätzlich lässt sich diese Distributionsstrategie in zwei Varianten einteilen. Bei der einstufigen Variante wird die entsprechende Ware direkt vom Lieferanten kommissioniert und an den Endempfänger adressiert. Durch eine entsprechende E-Commerce-Lösung werden die jeweiligen Daten des Kunden direkt an den Lieferanten übermittelt, der anschließend die Waren dementsprechend kennzeichnet und verschickt. Die mehrstufige Variante des Cross Stocking wird auch als „Break-Bulk Cross-Stocking" bezeichnet. Bei diesem zumeist zweistufigen System erfolgt die Kommissionierung für den Endkunden erst am Warenumschlagsplatz. Diese Variante findet allerdings zumeist nur innerhalb größerer Konzerne mit einer Vielzahl von Verkaufs-Filialen Einsatz. Um ein Distributionskonzept wie das Cross Stocking zu realisieren, bedarf es zu Anfang einer genauen Planung und eines vernünftigen E-Commerce-Systems. Ist ein solches System aber erst einmal etabliert, sind die Vorteile kaum zu übersehen. Durch Kosteneinsparungen in der Lagerhaltung bleibt das eigene Unternehmen vor allem in Sachen Endkunden-Preise konkurrenzfähig auf den globalisierten Märkten. Ein- und Auslagerungsprozesse werden überflüssig, der Lagerplatz minimiert und die Durchlaufzeiten verringert. Für den Endkunden selbst bedeutet Cross Stocking eine zeitgerechte Anlieferung und günstige Preise.