Das Online-Zahlungsmodell Cybercash

Cybercash ist ein softwaregestütztes elektronisches Zahlungsmodell im Internethandel. Bei diesem Online-Bezahlungsverfahren zahlt der Kunde seine Einkäufe mit digitalem Geld. Wegen mangelnder Akzeptanz bei Kunden und Händlern konnte sich die elektronische Geldbörse im Internet nicht durchsetzen.


Der Begriff Cybercash beschreibt ein elektronisches Zahlungsmodell mit virtuellem Geld im Onlinehandel. Dabei ist Cybercash Software- und nicht chipbasiert. Geldkarten und Kartensysteme sind bei dieser Zahlungsmethode nicht notwendig. Die elektronische Geldbörse, auch als Wallet-Modell bekannt, konnte sich als Zahlungsvariante im Onlinehandel nicht durchsetzen. Im Jahre 2001 wurde Cybercash wegen mangelnder Akzeptanz bei Onlinehändlern und Kunden wieder eingestellt. Als einen Grund für das Scheitern wird die aufwendige Installation der Software auf die Rechner benannt. Spontaneinkäufe wurden hierdurch ausgebremst, technische Probleme bei der Installation rief Ärger bei Kunden hervor. Auch die Unsicherheit seitens der Kunden gegenüber dem virtuellen Wallet-Konto sprach gegen das neue Bezahlungssystem. Damit die geschäftliche Transaktion der virtuellen Bezahlung mit dem Cybercash System im Internet funktionieren konnte, waren folgende Gruppen notwendig: Die Firma Cybercash GmbH, die die Lizenzrechte an den Cybercash Systemkomponenten besaß und im Auftrag der angeschlossenen Banken und Kreditinstitute das Gateway-System betrieb. Es wurden Banken und Kreditinstitute benötigt, die das virtuelle Bezahlungssystem anboten. Für diese Dienstleistung schlossen sie Verträge mit den Onlinehändlern und den Onlinekunden. Die beteiligten Onlinehändler wiederum mussten Verträge mit den Cybercash Lizenzbanken abschließen, um Kunden das Cybercash Bezahlverfahren anbieten zu dürfen. Letztendlich die Kunden, die die spezielle Software auf ihren Rechner installieren mussten, um das Zahlungssystem nutzen zu können. Das System bot drei Zahlungsverfahren: Die CyberCoin-Methode, mit der auch Kleinstbeträge beglichen werden konnten, das lastschriftenbasierte Verfahren namens Electronic Direct Debit (EDD) sowie die Bezahlung per Kreditkarte. Entwickelt wurde Cybercash in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts von der amerikanischen Firma Cybercash Inc. mit Sitz in Reston im Bundesstaat Virginia. In Deutschland zeichnete sich die Cybercash GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main für das Betreiben der elektronischen Geldbörse im Internethandel verantwortlich. Das Unternehmen wurde 1997 von verschiedenen Gründungsgesellschaftern ins Leben gerufen. Dazu gehörten die amerikanische Firma Cybercash Inc., die Commerzbank, die Dresdner Bank, die HypoVereinsbank, die Landesbank Sachsen, die Sparkasse Köln und die Westdeutsche Landesbank. Als Dienstleistung bot die Cybercash GmbH eine sichere und schnelle Bezahlungsmethode für den Internethandel an. In den Mittelpunkt stellte das Unternehmen dabei die Sicherheit der Nutzer, die Vertraulichkeit der Daten sowie die benutzerfreundliche Anwendung des Systems. Insgesamt bestand das Zahlungsmodell aus drei Komponenten. Einerseits aus der Software namens Cybercash Wallet. Diese installierte der Onlinekunde zuerst auf seinen Rechner, um sich eine elektronische Geldbörse einrichten zu können. Mit der Cybercash Lizenzbank schloss er einen Wallet-Vertrag und erhielt damit die Berechtigung sein virtuelles Konto mit CyberCoins oder EDD-Transaktionen zu belasten. Weiterhin existierte das so genannte Cybercash Register. Jenes bekamen die Onlinehändler von den Cybercash Lizenzbanken gegen eine geringe Inbetriebnahmegebühr. Die dritte Komponente von Cybercash stellte das Gateway dar. Eine Art Schaltzentrale, über die alle Zahlungsvorgänge abgewickelt und geprüft wurden.