Debit-Karten

Debit-Karten für den bargeldlosen Zahlungsverkehr


Das Wort Debit-Karte wurde aus dem englischen Sprachschatz abgeleitet, wobei das englische Wort "debit" für die Kontobelastung steht. Es ist eine Bankkarte, welche für den bargeldlosen Zahlungsverkehr sowie zur Abhebung von Geldbeträgen an Geldautomaten genutzt werden kann. Im Unterschied zu den "normalen" Kreditkarten wird bei der Bezahlung mit der Debit-Karte das Konto des Inhabers in den meisten Fällen binnen zwei bis drei Tagen mit dem Betrag belastet. Fälschlicherweise wird die Debit-Karte auch des Öfteren als Scheckkarte bezeichnet. Entstehung: Als in Amerika die ersten Geldautomaten in den 1970er Jahren aufgestellt wurden, welche "Automatic Teller Machines", kurz ATM genannt wurden, kamen die ersten ATM-Karten auf den Markt, mit denen man sowohl in den teilnehmenden Geschäften bargeldlos bezahlen konnte als auch an speziellen Automaten Geld abheben konnte. Ursprünglich wurden diese ATM-Karten von bestimmten Geldinstituten an ihre Kunden ausgegeben, damit die Kunden nur an den bestimmten Banken ihre Geldgeschäfte abwickeln konnten. Somit war die ATM-Karte bereits damals eine typische Debit-Karte. In Deutschland dauerte es bis Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, bis die Eurocheque-Karte an den Geldautomaten und in den ersten Geschäften als gleichwertiges Zahlungsmittel akzeptiert wurde. Somit ist die Eurocheque-Karte, welche bislang als Nachweis über den Besitz von Eurocheques galt, als erste Karte für die Debitfunktionen eingesetzt worden. Ab 1984 war es dann so weit, dass mit den Eurocheque-Karten grenzüberschreitende ATM-Transaktionen bei Benutzung von den nationalen Geldautomaten auf der Basis des internationalen Interchange-Standards durchgeführt werden konnten. Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre gab es die umfassende Weiterentwicklung, dass aus der Eurocheque-Karte eine vollwertige Debit-Karte wurde, welche unter dem Markennamen "edc" als POS-Funktion in Verbindung mit dem "ec"-Zeichen innerhalb Europas die Funktion der ATM-Karten besaß. Basierend auf der Grundlage der amerikanischen und der europäischen Variante entstanden auf dem Finanzsektor eine ganze Reihe von verschiedenen Debit-Karten mit sofortiger Abbuchung vom Girokonto des betreffenden Unternehmens. Die bisherigen Eurocheque-Karten wurden umgestellt und erhielten das "Maestro"-Zeichen, welches weltweit für den bargeldlosen Zahlungsverkehr mit PIN-Nummer zur Verfügung stand. Sowohl in den USA als auch in Europa gab es dennoch reine ATM und ATM/POS-Karten für länderspezifische Geldautomatennetze. Diese wurden dann mit den Debit-Logos der internationalen Kartenorganisationen versehen. Sowohl Maestro als auch die Visa-Organisationen bekamen auf diese Weise einen unwahrscheinlich großen Zustrom. Bei den Visa-Karten ist mittlerweile die Visa Electron, welche ein Onlineprodukt im Debitgeschäft ist, in Verbindung mit der Unterschrift des Karteninhabers bei bargeldlosen Einkäufen die am weitest verbreitete Karte. Da das Kreditkartengeschäft einen riesigen Aufschwung erlebte, stellten die Banken fest, dass nach den Regeln von Visa oder Maestro auch eine direkte Belastung für die Kunden, die nach den Kriterien der Bonität eigentlich nicht in Frage kommen, doch ziemlich sinnvoll sein kann. Es wurde festgestellt, dass diese Kunden besonders verantwortungsvoll mit den Karten umgehen und damit doch einen Zuwachs an Kreditkartenkunden darstellen. Die heutigen Debit-Karten tragen meist neben dem Visa- oder Mastercard-Logo auch ein Logo eines großen US-Switches, so dass die Transaktion des Kunden entweder mit Unterschrift oder mit PIN funktioniert, was für den Kunden sinnvoll ist, wenn mehrere Unternehmen nur ein spezielles Verfahren akzeptieren. Die Debit-Karte ist aus der heutigen Finanzwelt und aus dem Geschäftssektor nicht mehr wegzudenken.