Flash
Flash hat in der Informatik zwei Bedeutungen: Zum einen steht Flash für eine neue Generation von Speichern, die in absehbarer Zeit die mechanischen Festplatten ablösen werden. Zum anderen Flash ist eine Software für Animationen.
Die Firma Macromedia hat um 1992 den Vorläufer von Flash das Licht der Welt erblicken lassen. Flash ist eine proprietäre Entwicklungsumgebung zur Erstellung multimedialer Inhalte. Die zugrunde liegenden Daten liegen als Vektorgrafik vor und werden von der Software animiert. Anwendung finden die Flash-Inhalte heute im Internet in Werbebannern, Steuerungsmenüs oder in Form von kompletten Webseiten in Flash. Die Clips auf dem bekannten Videoportal Youtube hatten bis Mitte 2007 ausschließlich das Flash-Video-Format (kurz FLV). 2008 legte Adobe die Spezifikationen für Flash offen. Somit war es nun möglich, dass Suchmaschinen Flash-Inhalte komplett durchsuchen können.
Die Erstellung ganzer Webseiten in Flash war anfangs noch nicht möglich. Das Einsatzgebiet beschränkte sich auf Intro-Videos auf Internetseiten. Mit der Einführung von ActionScript in Version 4 erschlossen sich neue Möglichkeiten. Auch ActionScript wurde 2005 seitens Adobe von Macromedia übernommen. Da es sich bei Flash um eine vollwertige, integrierte Entwicklungsumgebung handelt, wird dort die Scripterstellung und das Debuggen (das Beseitigen von Fehlern) möglich.
Mit dieser Scriptsprache ist es mittlerweile sogar möglich, sich vom Kernbereich Internetanwendung zu lösen und Desktopanwendungen in Flash zu entwickeln und mit Adobe Air auszuführen.
Flash, die genaue Bezeichnung lautet eigentlich Flash-EEPROM, steht auch für nichtflüchtiger, elektronischer Speicherbaustein. Ursprünglich wurde diese Art Speicher lediglich für eingebettete Systeme verwendet (z.B. Waschmaschinen, Geräte in der Medizin, Flugzeugen, Kühlschränken, Fernseher usw.). Die Programme darauf mussten von den Systemen lediglich gelesen und ausgeführt werden. Programmiert wurden diese Flash-Speicher mit speziellen Programmiergeräten. Heutzutage kann das jede beliebige CPU bewerkstelligen. Deswegen finden sie auch in unserem alltäglichen Leben eine immer größere Anwendung. Die Firma Sony brachte 1998 mit dem Memory-Stick den Flash-Speicher in die Digitalkamera. Dort findet der Flash-Speicher auch heute noch Anwendung.
Die Anwendungsbereiche für Flash-Speicher sind so sehr vielfältig geworden: überall dort, wo Informationen auf kleinstem Raum persistent (nichtflüchtig, d.h. auch bei Abschaltung der Energieversorgung) gelagert werden sollen. So haben die Flash-Speicher nun auch Einzug in Mobiltelefone, Handhelds, MP3-Player und USB-Sticks gehalten. Zunehmend wird auch daran gearbeitet, Flash-Speicher als Hauptspeichermedium in Computern einzusetzen. Die SSD (Solid-State-Drive) schickt sich an, nach und nach die mechanische HDD (Hard-Disk-Drive) vom Markt zu verdrängen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Schreib- und Lesezugriffe auf Flash-Speichern sind bedeutend schneller als mit der konventionellen Technik eines beweglichen Schreib-Lesekopfes über magnetischen, sich drehenden Scheiben. Auch Energie wird eingespart: Eine SSD verbraucht nur Strom, wenn sie arbeitet. Im Augenblick ist die Produktion von Speicherchips mit größeren Kapazitäten noch relativ teuer. Ein Gigabyte Speicherplatz auf einer SSD kostet derzeit um 2,50 Euro, auf einer normalen HDD liegt der Preis bei 22 Cent/GB. Daher wird die Marktdominanz der Flash-Speicher-basierten Festplatten noch eine Weile auf sich warten lassen.