Der Hacker ist besser als sein Ruf
Wer die Bezeichnung Hacker hört, denkt sofort an üble Subjekte, die in fremde Netzwerke eindringen, um dort einen größtmöglichen Schaden anzurichten. Doch die Wahrheit sieht anders aus.
Hinter der Bezeichnung Hacker verbirgt sich in erster Linie jemand, der die Fachkenntnisse, die er besitzt, einem Bereich der Technik auch außerhalb der normalen Zweckbestimmung einsetzt. Eine weit verbreitete Ansicht hält den Hacker für einen Kriminellen, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Informationen, die er mit seinem reichhaltigen Fachwissen meist ungesetzlich erhalten hat, zu verwenden, um Schaden anzurichten. Auch wenn der Hacker in erster Linie mit Computern in Verbindung gebracht wird, kann sich auch jemand aus einem gänzlich anderen Bereich so bezeichnen. Der echte Hacker wird in der Regel durch seine Freude an der Erstellung und Veränderung von Soft- beziehungsweise von Hardware im Computersegment gekennzeichnet. Obwohl er vor vielleicht grenzüberschreitenden Veränderungen unter Umständen nicht zurückschreckt, hat er doch einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik, zeichnet sich durch kreatives Denken und Originalität aus. Während eine solche Person innerhalb der Hackerszene als ein passionierter und talentierter Programmierer gilt, kann im Bereich der Softwareentwicklung die Bezeichnung sogar abwertende Bedeutung haben. Dies ist dann der Fall, wenn ein sogenannter quick-and-dirty-hack durchgeführt wird. Die Lösungen, die im Zusammenhang mit einem solchen Hack entstehen, wirken oft unschön und regelrecht ungeschliffen oder unsolide. Auch im Hardware-Bereich ist ein derartiger Bastler anzutreffen. Er schreibt Gerätetreiber oder Firmware, und um Lücken in der Sicherheit von Netzwerken oder Programmen aufzudecken, ist ein solch talentierter Programmierer ein ideales Werkzeug. Für den Hacker stellt das Überwinden von Grenzen durchaus eine kreative Herausforderung dar, die aber keinerlei kriminelle Hintergründe hat. Denkt man an einen solchen Menschen, geht man davon aus, dass es sich hierbei um einen sozial isolierten und einsamen Menschen handelt, der als Einzelkämpfer vor seinem Bildschirm sitzt, Befehl um Befehl in seine Maschine hackt. Doch die echte Hackerszene sieht in der Realität gänzlich anders aus. Soziale Bestandteile, Identifikation mit kulturellen Werten, große Fachkenntnis und auch ein entsprechender Grad sozialer Anerkennung lassen den Technikfreund oder Computerfan zu einem Hacker werden. Einzelkämpfer sind in der Hackerszene weniger gern gesehen, denn es gilt zusammen zu arbeiten, um Probleme und Herausforderungen zu lösen. Nicht allein durch die Verwendung des Begriffes in den Medien erhielt die Bezeichnung einen durchaus negativen Beiklang. Als im Kino der Film WarGames, Kriegsspiele, zu sehen war, wurde die Öffentlichkeit das erste Mal auf die bis dahin unbeachtete Personengruppe der Hacker aufmerksam. Als sich dann eine Gruppe jugendlicher Programmierer über ihren Computer auf ungesetzliche Art und Weise Zutritt zu diversen Systemen von Banken und ähnlichem Zutritt verschaffte, brachte dies dem Hacker, beziehungsweise der Hackerszene, einen neuen Ruf ein, der äußerst negativ belastet ist.