Was ist ein Host?

Sind mehrere Computer zum Zwecke der Datenverarbeitung miteinander vernetzt, zum Beispiel im Internet oder in internen Firmennetzwerken, benötigt man einen Host. Dieser Artikel erläutert, was es damit technisch auf sich hat und welche kommerziellen Angebote im Bereich des Internets damit verbunden sind.

Der Begriff Host ist aus dem Englischen entlehnt und bedeutet "Wirt" oder "Gastgeber". Mit diesem Wort bezeichnet man in der Informationstechnologie eine Lösung, die in einem Computernetzwerk Daten für angeschlossene Computer zum Abruf bereitstellt. Dies hat sowohl einen Hardware- als auch einen Softwareaspekt. So ist ein Host von der Hardwareseite her gesehen ein einzelner Rechner oder ein Rechenzentrum, von der Softwareseite her betrachtet ein Betriebssystem, das den Datenaustausch zwischen einer Datenbank und den angeschlossenen Rechnern organisiert. Der Begriff überschneidet sich mit dem des Servers, englisch "Diener" oder "Dienstleister". Die Unterscheidung zwischen Hardware- und Softwareaspekten wird etwa im Begriff des virtuellen Hosts deutlich. Es kann notwendig werden, innerhalb eines Systems unterschiedliche Daten durch verschiedene Betriebssysteme zugänglich zu machen. Solche Betriebssysteme werden dann virtuelle Hosts genannt. Im Bereich einer kommerziellen Nutzung des Internets gibt es mehrere wesentliche Aspekte des Begriffes. Dies wären zum einen meist kommerzielle Datenbanken, die ein bestimmtes Wissen oder bestimmte Daten ihren Kunden gegen Bezahlung zur Verfügung stellen. Dazu gehören große Fachdatenbanken, die etwa wissenschaftliche, juristische oder auch firmenspezifische Informationen bereitstellen. Dies impliziert, dass solche Daten im Internet nicht frei verfügbar sind. In den meisten Fällen werden diese Datenbestände auch nicht von den gängigen Suchmaschinen erfasst. Man spricht in diesem Zusammenhang daher vom sogenannten Deep Web. Mit einer vergleichbaren Struktur sind auch viele Datenbanken öffentlicher Institutionen ausgestattet, deren Dienste ebenfalls oft kostenpflichtig sind. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die immer dringlicher werdende digitale Archivierung von kulturellen Beständen, etwa von Büchern, aber auch von Bildmaterial und Filmen und ähnlichem. Die hiermit verbundenen technischen Herausforderungen etwa der Langzeitdatenspeicherung sind in einem Medium, das erst wenige Jahrzehnte alt ist und sich immer noch rapide entwickelt, nicht abschließend gelöst. Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich im Internet ist das Mailhosting, also die Organisation des Emailverkehrs für einen Kunden, wozu etwa auch die Filterung von Spam gehören kann. Ein anderer zentraler Bereich, der mit der zunehmenden Relevanz und Verbreitung des Internets immer bedeutender wird, ist das Webhosting, also das meist kommerzielle Angebot, für einen Kunden Webseiten im Internet zugänglich zu machen. Anbieter solcher Dienstleistungen bezeichnet man auch als Provider. Umfang und Eigenart der jeweiligen Angebote variieren hierbei stark und entwickeln sich parallel zur Entwicklung der Computertechnik und der Standards des Internets ständig weiter. Webhosting ist durch die Bereitstellung von Internetseiten und anderen Diensten eine der wesentlichen technischen Voraussetzungen für Werbung und Vertrieb und damit neben privaten Bedürfnissen auch für wirtschaftliches Handeln im Internet. An der Entwicklung des Begriffes Host von einem Fachbegriff der Informatik zu einem Begriff von großer kommerzieller Relevanz lässt sich die parallele Entwicklung des Internets und der Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten ablesen.