Information Broker

Für die Suche nach gezielten Informationen wie für Wirtschaftsrecherchen oder eine Branchenübersicht bieten Information Broker professionalisierte Dienstleistungen an. Als Informations-Vermittler sind sie in größeren Unternehmen angestellt oder als selbständige Einzelunternehmer tätig.

Information Broker - kurz Infobroker - sind Unternehmen oder Einzelpersonen, die als Vermittler für ihre Auftraggeber Informationen beschaffen und aufbereiten. Neben der Analyse des Informationsbedarfs und des eigentlichen Rechercheprozesses ist insbesondere die bewertete Präsentation des Recherche-Ergebnisses als Dienstleistung des Brokers hervorzuheben. Die professionalisierte Form des Infobrokings ist noch relativ neu und befindet sich in der Entwicklung. Kaum zu bewältigende Informationsmengen und zunehmende Spezialisierungen erlauben einem Unternehmen oder Privatpersonen heutzutage kaum noch über ein Themengebiet oder eine bestimmte Fragestellung vollen Überblick zu haben. Hinzu kommen häufig Zeitdruck sowie die Erfordernis, qualitativ belastbare Aussagen zu erhalten. An dieser Stelle bieten Infobroker als Dienstleistung die gezielte Beschaffung, Bewertung und Selektion von Informationen auf eine definierte Anfrage hin. Vor der Durchführung der Recherche steht dabei die Erhebung des Informationsbedarfs gemeinsam mit dem Auftraggeber. Die anschließende Recherche erfolgt in Datenbanken online oder offline sowie in weiteren Quellen zur Informationsbeschaffung. Zu den wichtigsten Entscheidungen im Recherche-Prozess gehört es, die entsprechenden Fragestellungen und die Auswahl der einzubeziehenden Quellen festzulegen. Die folgende Datenermittlung und Literaturbeschaffung nimmt dann oftmals weniger Zeit in Anspruch. Aufwendiger gestaltet sich die Auswertung. Mit dem abschließenden Recherchebericht stellt der Information Broker seinem Kunden die Ergebnisse in kommentierter Form vor. Zu den Vorteilen des Information Broking gehört aus Nutzersicht zum einen die Zeitersparnis, die sich durch Vergabe eines Rechercheauftrages ergibt. Nach der Formulierung des Informationsproblems ist der Auftraggeber weiterer Bemühungen entledigt und braucht nur die zusammengestellten und bewerteten Ergebnisse entgegenzunehmen. Zum anderen bieten die Recherche-Kompetenz des Brokers und die ihm zur Verfügung stehenden Quellen einen Mehrwert gegenüber einer mit eigenen Möglichkeiten durchgeführten Informationssuche. Nicht zuletzt die übersichtliche und vorbewertete Präsentation des Recherche-Ergebnisses geben der Arbeit des Infobrokers ihren Nutzwert. Offizielle Statistiken über die Anzahl an Infobrokern gibt es nicht. Geschätzte 1000 bis 5000 Informationsvermittler sind als Angestellte in Betrieben und Unternehmen tätig. Weitere geschätzte 100-200 Anbieter sind als selbständige Infobroker am Markt. Spezialisierungen auf bestimmte Themen und Recherche-Gebiete sind dabei keine Seltenheit. Neben der Beratung im Informationsmanagement bieten viele Broker Dienstleistungen aus benachbarten Feldern an, wie Unternehmensberatungen, Schulungen und Seminare. Das Berufsbild des Infobrokers hat Ähnlichkeiten zu Bibliothekaren oder Archivaren, auch zur Tätigkeit des Dokumentars gibt es Überschneidungen. In der skizzierten Form ist es aber eine jüngere Entwicklung mit einem eigenständigen Profil. Einen verbindlichen Ausbildungsweg zum Beruf des Informationsbrokers gibt es noch nicht. In der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) ist der Berufszweig innerhalb der Fachgruppe Informationsvermittlung angesiedelt und findet hier eine berufsständische Vertretung und Plattformen zum Austausch. Im „Europäischen Verhaltenskodex für Informationsvermittler" sind Grundsätze und Qualitätsstandards der neuen Informationsdienste festgelegt, die dem Beruf des Information Broker einen Schritt hin zu weiterer Vereinheitlichung und Professionalisierung ermöglichen.