Infotainment
Infotainment ist ein Kunstwort aus Information und Entertainment.
Der Begriff Infotainment beinhaltet zwei Worte: Information und Entertainment. Geprägt wurde dieser Begriff vom Medienkritiker Neil Postman. 1985 konstantierte Neil Postman in einem Buch "Wir amüsieren uns zu Tode". Er behauptete, dass das Fernsehen öffentliche Debatten über Bildung, Kultur, Politik, Erziehung etc. zu Unterhaltung verkommen lässt. Anstatt mit zu diskutieren, konsumieren die Bürger nur noch. So werden aus echten Debatten nur Scheindebatten. Die Fähigkeit, sich rational ein Urteil zu bilden, immerhin eine wesentliche Errungenschaft der Aufklärung, verschwindet - die Demokratie wird zersetzt, und jeder einzelne fällt dabei in eine Unmündigkeit. Im Marketing spielt Infotainment eine sehr wichtige Rolle. Jedes Produkt, jede Dienstleistung und jede Information wird dabei in Szene gesetzt. So schafft man es auch, dass die Konsumenten Werbeversprechen auf die Goldwaage nehmen. Informationen werden dabei häufig verzerrt dargestellt. Die Werbeindustrie argumentiert, dass man den Menschen die Lust am Kaufen wecken will. Die Lust des Fernsehpublikums auf Entertainment wird mittlerweile auch von Wissenschaftlichen Fernsehformaten gestillt. Es ist nicht nur das ansprechende Gestalten der zu vermittelnden Informationen und Botschaften, sondern vielmehr das involvieren und unterhalten. Infotainment findet aber nicht nur im Fernsehen statt, sondern auch bei der Live-Kommunikation. Messen, Events, Verkaufsorten und Sponsoren-Präsentationen. Umgesetzt wird es zum Beispiel mit Quizshows, diversen Promotionspiele, Effektshows mit Wow-Effekten sowie künstlerischen Darbietungen. Der Umsetzung gehen oftmals Wochen und Monate für die Konzeptarbeit voraus. Dabei müssen die Ziele klar definiert sein, um ein Infotainmentkonzept zu erstellen, was die Vorgaben erfüllt. Kritiker des Infotainments bezeichnen dieses auch gerne als Propaganda. Sehr erfolgreiches Infotainment im Fernsehen ist die Sendung "Galileo" des Privatsenders PRO-SIEBEN: Wissen wird dort mit viel Entertainmentaufwand vermittelt. Im Printbereich machte die Firma Benetton auf sich aufmerksam in dem sie mit Fotos von einem angeschossenen Soldaten auf Krisenherde in der Welt geworben haben. Auf den entsprechenden Fotos waren Menschen mit Kleidung der Marke zu sehen. Auch die IKEA-Werbung im Spätsommer 2008 war gelungenes Infotainment: Ein Mann zieht in eine Möbellose Wohnung und wartet auf die neue IKEA-Möbelkollektion. Das ganze Internet verfolgt das Leben dieses Mannes via Livestream mit. Das beste Beispiel für Infotainment ist der US-amerikanische Wahlkampf um Barack Obama gewesen. Die Inhalte, die Obama zu vermittelt hat, wurden auf spektakuläre Art und Weise in die Medien transportiert. In der Technik bezeichnet man Infotainment als Verknüpfung zwischen Informationen und Unterhaltung über ein sogenanntes MMI - ein Man-Machine Interface (Mensch-Maschinen-Schnittstelle). Dies setzt man überwiegend bei Navigationssystemen für Kraftfahrzeuge ein. Neben der einfachen Kartendarstellung beherrschen diese Systeme auch die Wiedergabe der aktuellen Verkehrssituation, das Abspielen von Musik und Fernsehwiedergabe.