Das Intranet als Spezialfall des Internets

Die Geschäftspartner kleiner und großer Firmen sehen nur das Ergebnis, die Ware oder die Dienstleistung, die ihnen geliefert wird. Um dorthin zu gelangen, sind innerbetriebliche, oft aufwändige, komplexe Vorarbeiten notwendig. Das Intranet vereinfacht und beschleunigt diese.

In vielen Firmen herrscht Chaos, was die Ausstattung der Arbeitsplätze angeht. Bedingt durch Firmenwachstum und Fluktuation der Mitarbeiter haben Firmen oft eine heterogene Rechnerwelt. Das betrifft sowohl die Rechnerausstattung als auch das jeweilige Betriebssystem. Eine solche Rechner- und Arbeitswelt ist unsicher, sowohl in Hinblick auf die Stabilität des Netzes als auch in Hinblick auf die Sicherheit gegenüber Viren und Trojanern. Eine solche Arbeitswelt ist auch weitaus weniger effektiv, als sie es sein könnte. Die Kommunikation untereinander kann stark erschwert sein und die Mitarbeiter müssen dann erhebliche Arbeitszeit investieren, um überhaupt miteinander arbeiten zu können. Ein straff gestaltetes Intranet bietet Auswege aus der Administrationsfalle. Ein solches Netzwerk besteht grundsätzlich aus drei Ebenen. Im Hintergrund arbeitet eine leistungsfähige Datenbank, die die Mitarbeiter mit Daten versorgt. Ein Rechner, auch Applikationsserver genannt, analysiert die Clientmaschinen und versorgt diese mit den Daten. Die Enduser-Geräte können dann aus jedem beliebigen PC bestehen, auf dem ein Browser läuft, oder aber man setzt hier Netcomputer ein. Die Gestaltung des Auftrittes im Intranet kann durch dieselben Werkzeuge wie im Internet geschehen. Der Weg dorthin ist im Grundsatz einfach, denn das, was die Arbeitsplätze in aller Regel gemein haben, ist die Browserausstattung. Alle PCs haben mindestens einen Browser installiert. Das kann man ausnutzen und konsequent die Methoden des Internets auf die Infrastruktur des internen Netzes übertragen. Der Internet-Auftritt einer Firma dient in erster Linie der Kontaktaufnahme mit dem Kunden. Die Internetseite muss also sehr schnell im Aufbau und dicht in der Information sein. Auch der Intranet-Auftritt soll den Mitarbeiter informieren. Dies soll rasch geschehen und mit einem sehr hohen Informationsgehalt. Der Einkauf soll zum Beispiel über Warenbestände genau informiert sein, die Produktion, die Auslieferung und die Geschäftsleitung über den Stand der Arbeiten und die aktuellen Zahlen. Während für einen Internet-Auftritt längere Ladezeiten untragbar sind, ist betriebsintern das Verhältnis zwischen Ladezeit und Arbeitszeit nahezu immer günstig. Im Intranet können, da die Transportgeschwindigkeit recht hoch ist, auch aufwendigere Anwendungen benutzt werden. Man kann das interne Netz auch im Geschmack und Aussehen so gestalten wie den Internet-Auftritt. So brauchen die Mitarbeiter weniger Lernaufwand für ihre Arbeiten. Die Informationen, die im Intranet vorhanden sind, sollten geheim gehalten werden. Denn im internen Netz sind Geschäftsinformationen vorhanden, die für die Konkurrenz interessant sein können. Deswegen läuft ein Intranet zumeist in einem privaten Netz (IP Nummernkreis: 192.168.*.*). Die Pakete sind nicht routebar. Dadurch ist ein internes Netzwerk vom Rest der Internetwelt isoliert. Trotzdem kann man das Internet und das Intranet für den Anwender, also für den Mitarbeiter, vernetzen. Damit sieht der Mitarbeiter, wenn er im Firmennetz ist, die Informationen, die der Kunde sieht und seine firmenspezifischen Daten. Über ein Virtuell Private Network, kurz VPN, kann der Kunde auch von zu Hause aus auf das interne Netz zugreifen, soweit es ihm ermöglicht wird. Das Intranet wird so durch seine begrenzte Öffnung an Kunden sinnvoll ergänzt.