Die Mailbox als elektronischer Briefkasten für E-Mails

Der Begriff Mailbox hat zwei Bedeutungen. Er bezeichnet entweder das Postfach eines Internet-Benutzerkontos oder ein bestimmtes Rechnersystem, das die Datenfernübertragung für die Kommunikation der Rechner untereinander beziehungsweise deren User benutzt.

 

Das englische Wort Mailbox, übersetzt Briefkasten, hat zwei Bedeutungen. In der heute am meisten bekannten Bedeutung bezeichnet es das Postfach eines User Accounts oder Benutzerkontos bei einem E-Mail-Anbieter im Internet. E-Mails werden auf einem Mailserver oder in einem E-Mail-Programm gespeichert. Dieser Speicherort ist das Postfach des User Accounts, auch Mailbox genannt. Zugang hat nur der Nutzer des User Accounts, der sich mit Benutzername und Kennwort eingeloggt hat. In der zweiten Bedeutung wird eine Mailbox oder ein Mailboxsystem auch als BBS bezeichnet, als Bulletin Board System. Namensgeber waren die Bulletin Boards oder schwarzen Bretter, auf denen man zum Beispiel in Supermärkten Nachrichten, Angebote oder Verkaufsgesuche hinterlassen kann. BBS entwickelten sich zeitgleich mit dem Internet als Netzwerksysteme für die elektronische Kommunikation. Sie fanden seit den siebziger Jahren vor allem in US-amerikanischen Ballungszentren Verbreitung und waren zumeist in privater Hand. Mailboxsysteme waren willkommene Unterhaltungsmöglichkeiten und Kommunikationsplattformen. Mitte der Neunziger Jahre verloren sie ihre Bedeutung an das Internet. Es gibt auch heute noch Mailboxsysteme, die jedoch nur von Fans genutzt werden. Ein BBS hat die ungefähre Größe eines Providers im Internet. Es besteht aus mindestens einem Rechner, der rund um die Uhr Anrufe von anderen Rechnersystemen entgegennimmt. Einkommende Nachrichten werden in elektronischen Postfächern gespeichert. Jeder Nutzer besitzt ein eigenes Postfach. In einer Mailbox gibt es auch öffentliche Bereiche zum Beispiel mit internationalen Nachrichten, umfangreichen Datenprogrammen zum Download, Spielen, Chatmöglichkeiten und Internetforen. Ein BBS ist ein Rechnersystem, das die Datenfernübertragung (DFÜ) zum Austausch von Daten und zur Kommunikation nutzt. Für die Kontaktaufnahme mit einer Mailbox benötigt man also ein entsprechendes Modem oder eine ISDN-Karte, ein Terminalprogramm, wie zum Beispiel DOS oder Windows, und eine Einwahlnummer. Die persönlichen Zugänge der Nutzer nennt man Ports. Jeder Port hat eine eigene Telefonnummer. Eine weitere Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bietet ein sogenanntes Pointprogramm. Das ist ein Offline-Reader, auch Ein-Mann-Minimailbox genannt. Der Vorteil eines Pointprogramms ist, dass nur für kurze Zeit eine Telefonverbindung notwendig ist. Danach kann man unbegrenzt und ohne weitere Kosten E-Mails und öffentliche Nachrichten lesen. Zu den wesentlichen Vorteilen der BBS zählen der extrem schnellere Bildaufbau, eine kontinuierlich hohe Arbeitsgeschwindigkeit und die angenehme persönliche Atmosphäre, im Gegensatz zur Anonymität beim Surfen im Internet. Ein weiterer Vorteil ist die ständige Erreichbarkeit des Systembetreibers per Telefon oder E-Mail. Nachteile bei der Bedienung sind das meist etwas umständliche Arbeiten mit der Tastatur und die wenigen Möglichkeiten zur Unterstützung der Eingabe mit der Maus. Das Angebot einer Mailbox kann schon aus technischen Gründen nie so umfangreich sein wie das Angebot des Internet, da die Leitung zum Informationsaustausch in regelmäßigen Abständen aufgebaut und wieder getrennt wird.