Navigation als wichtige Orientierungshilfe auf Reisen
Navigation statt Landkarte: Eine neue Technik etabliert sich im Auto.
Jahrzehntelang kamen die Autofahrer in unbekannten Ortschaften und Regionen zum Ziel, indem sie sich nach einem Atlas, auf einer Landkarte, auf den Hinweisschildern der Autobahnen und Städte orientierten oder einfach Passanten nach dem Weg fragten. In den letzten Jahren hat diese Aufgabe ein neues technisches Gerät übernommen: Der Autofahrer wird durch eine freundliche Computerstimme zu einem von ihm vorbestimmten Ziel geleitet, welche aus einem kleinen Gerät kommt, das entweder fest im Auto integriert oder an der Windschutzscheibe befestigt wurde. Handelte es sich anfangs um einen Luxus von Oberklassefahrzeugen, sind die mobilen kleinen Navigationsgeräte heute in jedem Elektrofachmarkt oder zeitweise auch beim Discounter erhältlich und mittlerweile so im Preis gefallen, dass sie für jedermann erschwinglich sind. Dies hat zur Folge, dass man sie immer häufiger an den Windschutzscheiben von Fahrzeugen beobachten kann. Auf Autobahnen kommt der Autofahrer kaum noch ohne aus, was nicht verwundert, denn durch die Navigation entfällt das lästige Orientieren auf einer Landkarte, welches den Fahrer zum Anhalten zwang, wenn er allein unterwegs war. Die Navigation wird durch Satelliten gesteuert, welche die Erde umkreisen. Dazu befindet sich im Gerät, bei älteren Modellen auch außerhalb, ein kleiner Empfänger, welcher sich mit den Satelliten verbindet. Alle Navigationssysteme basieren auf dem amerikanischen GPS-System (Global Positioning System), welches ursprünglich vom US-Verteidigungsministerium für die Schifffahrt entwickelt wurde. Während des Kalten Krieges wurde es auch zur Ortung von Atombombenexplosionen verwendet. Mehrere Satelliten wurden zu diesem Zweck in die Umlaufbahn geschickt und helfen neben den Autofahrern auch Piloten und Schiffskapitänen bei der Orientierung. Das Navigationsgerät verfügt über Kartenmaterial, welches den Ort, an dem man sich befindet, graphisch darstellt. Dem Autofahrer wird darüber hinaus je nach Modell angezeigt, mit welcher Geschwindigkeit er unterwegs ist, in welcher Höhe er sich über dem Meeresspiegel befindet und wie viel Zeit er noch benötigt, bis er am Ziel angekommen ist. Das Gerät nimmt hierzu eine Berechnung aus der Durchschnittsgeschwindigkeit vor, welche vor der Fahrt definiert werden kann. Darüber hinaus verfügen die neuen Geräte über ein System zur Geschwindigkeitsüberwachung: Der Fahrer wird durch ein akustisches und graphisches Signal gewarnt, wenn er zu schnell unterwegs ist. Auch fest installierte Geräte zur Radarmessung sind in der Software erfasst. Der Fahrer wird somit durch eine Anzeige der vorgeschrieben Höchstgeschwindigkeit vor Radarfallen gewarnt. Außerdem verfügen die Navigationsgeräte über einen Sender, den so genannten Traffic Message Channel (TMC), welcher aus speziellen Radiofunkwellen eine Information über das aktuelle Verkehrsaufkommen abruft. Bei Staus oder Straßensperren reagiert das Gerät sofort mit einer Umfahrung der kritischen Stelle. Der Autofahrer wird somit davor bewahrt, unwissend in einen Stau zu geraten, in dem er unter Umständen lange Zeit verharren muss. Navigationsgeräte können auch in einem Autoradio integriert oder fest im Fahrzeug installiert sein. Der Vorteil gegenüber einem mobilen Gerät ist die Integration im Auto bei freier Windschutzscheibe, Nachteile sind die mögliche Nutzung in nur einem Fahrzeug sowie oftmals fehlende Aktualisierungsmöglichkeiten.