POP3: Mailaustausch durch das Post Office Protokoll
Das alte, einfache Protokoll POP in der Variante POP3 leistet noch immer gute Dienste zum Austausch virtueller Post.
Unter POP versteht man das Post Office Protokoll, das nun in der nunmehr dritten Version existiert, POP3. Das POP ist ein einfaches, aber effektives Protokoll, um E-Mails von einem Server abzurufen. Das POP3 ist im RFC 1939 beschrieben, es handelt sich also um eine Empfehlung. Funktionalität. Das Postoffice Protokoll ist ein Replikationsprotokoll. E-Mails, die auf einem Server in einer Mailbox abgelegt sind, können unter Verwendung dieses Protokolls auf den Client repliziert werden. Das Protokoll ist schon sehr alt, es wurde Anfang der 1980er Jahre entwickelt und löste die damals verwendeten Konsolenprogramme ab. Wer mit Linux vertraut ist, der wird unter Umständen Programme wie mail, mailx oder pine kennen. Diese Programme verwalten eingehende E-Mails direkt auf dem Server, der die E-Mail empfängt. Der große Fortschritt vom POP ist, dass man in einem Client Server Verfahren an die E-Mails kommen kann. Die Befehle, die ein POP3 Server kennen muss, sind bewusst sehr gering gehalten. Man muss sich im Prinzip nur anmelden können und die E-Mails herunterladen können. Wer schon einmal Outlook eingerichtet hat, der weiß, welche Funktionen von einem Client aus bedient werden können. Man kann den Mail Port auch noch mit einem Secure Protokoll versehen den Server auffordern entweder die E-Mails komplett auf dem Server zu lassen oder diese nach erfolgreichem Übertrag zu löschen. Manchmal kann es sinnvoll sein, einen POP3 Server auf Funktionalität hin zu testen. Dies kann durch Anfunken des Servers mit telnet geschehen. Man funkt auf dem speziellen Kanal des Servers (110), meldet sich und gibt einige Befehle ein. Das Protokoll ist, wie oben schon erwähnt, recht einfach aufgebaut. Mit dem Protokoll ist es nicht möglich, gezielt auf eine einzelne E-Mail zuzugreifen. Entweder lädt man alles vom Server runter oder nichts. Das führt dazu, dass eine große E-Mail unter Umständen ein Postfach blockieren kann. Sollte man nun noch das Pech haben, gerade auf einer langsamen Leitung zu surfen, dann ist hier das Protokoll ungeeignet. Vor allem im mobilen Computing haben sich andere Protokolle eher durchgesetzt. IMAP ist da zu nennen oder das moderne Push Mail Verfahren. Der Vorteil und damit auch der Grund für die weite Verbreitung für das Protokoll ist seine Einfachheit. Es ist schnell implementiert und funktioniert. In fast jedem internetfähigen Gerät steckt ein POP Client drin. Aus diesem Grund ist POP beziehungsweise POP3 fast zum Synonym für E-Mail geworden. Wenn man mit anderen Betriebssystemen direkt auf dem Server arbeitet, dann hat man eine Leistungsabdeckung durch damit einhergehende Programme, die bei 80 - 90 Prozent der Leistung von POP liegt. POP3 ist ein zwar einfaches, aber bewährtes Protokoll zum Austausch von E-Mails. Für kompliziertere Aufgaben werden sich vor allem im mobilen Internet andere Protokolle durchsetzen.