Ein Protokoll zeichnet Abläufe und Ereignisse genau auf
Unter Protokoll versteht man eine detaillierte Aufzeichnung von bestimmten Vorgängen. Es beinhaltet eine Angabe des genauen Zeitpunktes und der am Ereignis Beteiligten und eine Beschreibung des Ereignisses. Ein Ereignisprotokoll in der Datenbearbeitung wird Logdatei oder Protokoll-Datei genannt.
Der Begriff Protokoll geht auf den aus dem Griechischen entlehnten lateinischen Begriff protocollum zurück. Ursprünglich bezeichnete das Wort protokollon im alten Griechenland ein mit wichtigen, bibliographischen Daten beschriebenes Blatt, welches vorne an die amtlichen Papyrusrollen geklebt wurde. Der Begriff wurde im Laufe der Zeit schließlich für chronologische Aufzeichnungen verschiedenster Art verwendet. Bei einer Protokollierung, also der Herstellung eines Protokolls, wird festgehalten, zu welchem Zeitpunkt beziehungsweise in welcher Reihenfolge jemand eine bestimmte Operation ausführt, ausgeführt hat beziehungsweise ausführen wird. Diese drei Faktoren Zeitpunkt, Operation und Entität, also die ausführende Person beziehungsweise der Gegenstand, sind die Hauptbestandteile eines Protokolls. Die wichtigsten Aufgaben eines Protokolls sind die Regelung, Dokumentation und die genaue Beobachtung eines bestimmten Vorgangs. Die A-priori-Protokollierung befasst sich mit zukünftigen Ereignissen und soll den Ablauf einer bestimmten Operation möglichst genau festlegen. Wird ein gerade vor sich gehender Vorgang protokolliert, so spricht man von einer sogenannten Jetzt-Protokollierung. Eine weitere Protokollart ist die A-posteriori-Protokollierung, sie dokumentiert bereits vergangene Abläufe. Protokolle erleichtern die Planung und Rekonstruktion bestimmter Abläufe und helfen dadurch, Fehler zu vermeiden beziehungsweise zu analysieren. Eine große Rolle spielen sie in der Informatik und Datenbearbeitung. In diesem Bereich versteht man unter diesem Begriff genau festgelegte Regeln, durch die das Format, der Inhalt, die Reihenfolge und die Bedeutung von übermittelten Nachrichten festgelegt werden. Durch Protokolle wird sowohl der Ablauf der Datenübertragung geregelt als auch dokumentiert, zum Beispiel in Logdateien oder Netzwerkprotokollen. Eine Logdatei beziehungsweise ein Logfile bezeichnet jenes Protokoll, welches automatisch bei bestimmten Aktionen von Prozessen auf Computersystemen erstellt wird. Diese Datei wird daher auch Protokoll-Datei genannt. Sie zeichnet automatisch den zeitlichen Ablauf bestimmter Aktionen auf. In der Logdatei befinden sich alle wichtigen Daten, welche für eine spätere Analyse und ein Nachvollziehen bestimmter Aktionen notwendig sind. Protokoll-Dateien können auf dem Computer automatisch erstellt werden, ohne dass der Benutzer diese erstellen muss oder von ihrer Erstellung etwas bemerkt. Im sogenannten System-Logbuch werden selbstständig alle wichtigen Informationen wie zum Beispiel Systemanmeldungen und ähnliches festgehalten. Auch Hintergrundprogramme verfügen meist über eine Logdatei. E-Mail-Server, Proxyserver oder Virenscanner schreiben in diese Datei Fehlermeldungen, wichtige Hinweise und Aktionsmeldungen. Protokoll-Dateien können auch von Web-Servern im Internet erstellt werden. Logdateien geben nicht nur Aufschluss über Fehlermeldungen und Fehlfunktionen, sondern durch ihre Auswertung im Rahmen der Logdatei-Analyse ist es auch möglich, allgemeine Informationen über ein System, zum Beispiel in Hinblick auf Nutzungsverhalten oder Benutzerfreundlichkeit zu erhalten. Im Netzwerkprotokoll wird genau festgehalten, in welcher Weise Daten zwischen Computern ausgetauscht werden sollen, welche in einem Netz miteinander verbunden sind. Es enthält wichtige Daten wie den Absender und Empfänger der Daten, die Art des Verbindungsaufbaus und ähnliches. Ohne Protokoll wäre etwa die Funktion des Internets nicht möglich.