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Alles braucht so seine Ordnung, das gilt auch für das WWW - das World Wide Web. Das Internet an sich hat zwar eine dezentrale Struktur, damit Menschen sich aber auf der Welt unterhalten können - und auch Maschinen - braucht es Normen. In der Industrie gibt es Normungsstellen. Nichts ist so hinderlich für die Wartung von Maschinen wie nicht funktionierende Teile. In der Anfangszeit der Heimrechner hatte jeder Rechner eine eigene Norm. Die Bänder vom Sinclair Spectrum passte nicht in das Laufwerk de Commodore C64. Von den Druckerschnittstellen kann man ganz schweigen. Es hatte für die Hersteller am Anfang einen Vorteil. Wer billig einen Rechner erstand, der musste anschließend teuer die Peripherie kaufen - das alte Öllämpchen Spiel. Durchgesetzt und überlebt haben aber die Geräte mit den offenen Standards. Das Internet hat wahrscheinlich wegen seiner offenen Struktur einen so großen Erfolg erzielt. Das WWW ist eine regelrechte Welle, mit jedem Fortschritt gehen neuen Türen und Möglichkeiten auf. Die OrganisationW3C ist eine international operierende Organisation. Es gibt Freiwillige, es gibt aber auch eine bezahlte Mannschaft. Verschiedene Organisationen stiften Geld in das W3C und daraus finanziert das Konsortium die Forschung und die Arbeit. Eine Stütze der Arbeit ist in Amerika das MIT, in Japan in Keio Uni, und in Frankreich das ERCIM. Das Cert spielt auch noch eine Rolle, man erinnere sich, dass die Sprache HTML und das übergeordnete SGML aus diesem Stall heraus entwickelt wurde. Der erste Browser, der diese Sprache anzeigen konnte war weder der Netscape noch der Internet Explorer sondern ein heute vergessener Browser das Mosaic. Eines der ersten Museen, das seine Ausstellung auf HTML abgestellt hatte, war das Louvre in Paris. Es war ein wunderbares Erlebnis, dass man durch den Louvre vor 20 Jahren virtuell mit dem Mosaic laufen konnte. Das W3C normt nun nicht mehr nur HTML oder SGML sondern vielmehr alles, was mit Kommunikation im Internet zu tun hat. Also auch XML, SOA und anderes. Das Konsortium hat keine bindende Wirkung sondern empfehlende Wirkung, es hat keine Gesetzeskraft. Wenn irgendjemand auf der Welt ein Produkt herausgibt, dass die Empfehlungen unterläuft, in dem er die Sprache und die Interpretation verfeinert, dann wird er von der Internet Gemeinde „abgedisst", er wird disqualifiziert. Der Microsoft Browser hatte genau diese Eigenschaft, er verfeinerte Sprachkonzepte, mit der Konsequenz, dass man nur mit Microsoft einige Seiten von MS anschauen konnte. Die Internet Gemeinde war darüber so erbost, dass sie MS dazu zwang, den Kurs aufzugeben. Der Gruppenzwang ist also viel stärker, als es eine nationale, gesetzgebende Kommission sein könnte. Boykotte im internationalen Bereich schmerzen eine Firma mehr, als Konventionalstrafen, die von einer Regierungsbehörde verhängt werden. Die werden aus der Portokasse bezahlt, bei einem Boykott der Benutzer gibt es auch keine Portokasse mehr. Meinungsbildung: Das W3C ist basisdemokratisch. Alle, ob klein ob groß, können ihre Stimme in der Meinungsbildung erheben und werden gehört. Geld und finanzielle Mittel spielen hierbei keine Rolle. Fairness und Fortschritt sind die Prinzipien. Im Schluss der Prozesses werden Richtlinien nicht Gesetze erlassen. Die Gemeinde wacht über die Einhaltung der Guidelines. Fazit: Das W3C Konsortium ist ein Organ, dass regelrecht Vorbild Charakter für Staatenbildung haben könnte. Das schöne an der Organisation ist, sie funktioniert. Sie ist die einzige Organisation, die ihr Organisationsmittel, die Sprache - HTML - selbst gebildet hat.
