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Foto Maximilian Bochenek
12.02.2018 08:45
von Maximilian Bochenek

Wer sich in einer volatilen Branche wie dem E-Commerce einigermaßen sicher bewegen will, braucht stichhaltige Statistiken und verlässliche Prognosen. Sabine Risse vom IFH Köln gibt auf dem plentymarkets Online-Händler-Kongress Einblick in die aktuellen Forschungsergebnisse ihres Instituts. In diesem Vorab-Interview erfährst du mehr über ihre Erkenntnisse zum Umsatzwachstum im E-Commerce und ihre Prognosen für die kommenden Jahre.

Sabine Risse OHK18 plentymarkets

Wenn es um seriöse Statistiken und belastbares Zahlenmaterial geht, ist das ECC Köln, eine Unterorganisation der IHK Köln, eine der zuverlässigsten Quellen. Ihre Verbraucherstudien geben einen regelmäßigen Einblick in das Konsumverhalten der deutschen Käufer und zeigen dem Online-Handel damit, jenseits von Trends, Hypes und Booms, was der Kunde wirklich will. Auf dem plentymarkets Online-Händler-Kongress am 3. März in Kassel darf deshalb ein Vertreter des ECC Köln nicht fehlen. Sabine Risse, Teamleiterin am IFH Köln und Spezialistin für Cross-Channel-Handel, Services und Logistik, gibt in ihrem Vortrag „Cross-Channel – Quo vadis?“ Einblick in die aktuellen Erkenntnisse ihres Instituts.

Frau Risse, Sie beobachten als Mitarbeiterin beim IFH Köln bereits seit fünf Jahren das Konsumentenverhalten. Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Sabine Risse: Es gab massive Veränderungen. Traditionelle Handelskäufer, die am liebsten nur stationär kaufen, sterben zunehmend aus. Mehr als jeder zweite Konsument entscheidet heute abhängig von der Situation, ob er on- oder offline kauft. Außerdem ist es bereits an der Tagesordnung, dass sich Konsumenten vor dem Kauf im Geschäft online informieren: Aktuell werden etwa 45 Prozent aller stationären Käufe online vorbereitet. Der Handel ist sich dessen bewusst und hat hierauf in den vergangenen zwei Jahren kräftig mit der Ausweitung und Verzahnung seiner Kanäle reagiert. Insgesamt ist der Anteil der Multi-Channel-Händler – also der Händler mit Online-Shop und Geschäft – deutlich gestiegen. Doch die Frage ist, wie kundenorientiert diese Bemühungen wirklich sind und ob sie tatsächlich die Bedürfnisse der Konsumenten treffen. Die Besucher des plentymarkets Online-Händler-Kongress dürfen sich auf mehr Insights hierzu freuen.

Geht das seit Jahren stabile Umsatzwachstum im E-Commerce also weiter?

Risse: Nach wie vor ist von Stagnation keine Spur zu sehen. IFH-Prognosen zufolge steigt der Onlineumsatz bis 2021 voraussichtlich auf 80,4 Milliarden Euro (zu Endverbraucherpreisen, inklusive Umsatzsteuer) – und diese Rechnung ist noch konservativ. Gehen wir davon aus, dass die Wachstumsraten nicht leicht abnehmen, sondern auf dem hohen Niveau der Jahre 2011 bis 2016 bleiben, können wir sogar einen Onlineumsatz von 97,5 Milliarden Euro im Jahr 2021 prognostizieren.

Profitieren weiterhin alle Online-Händler von diesem Wachstum oder wird der Trend zur Konsolidierung stärker zunehmen?

Risse: Unser „IFH-Branchenreport Onlinehandel“ zeigt, dass neue Treiber aus dem stationären Handel – etwa in den Bereichen Consumer Electronics, Heimwerken und Garten sowie Fast Moving Consumer Goods – dazu führen, dass der Marktanteil der (ursprünglichen) Internet-Pure-Player nicht mehr ganz so stark wächst. Vielmehr gewinnen die stationären Händler im Onlinehandel Marktanteile zurück. Dennoch wird es eine große Herausforderung für kleine und mittelständische Händler bleiben, einen Online-Shop professionell und profitabel zu betreiben – denn der Wettbewerb im Netz ist hart.

Warum?

Risse: Konsumenten ziehen nur wenige Online-Shops in Erwägung, wenn sie online kaufen möchten. Eine Bestellung in bereits bekannten Online-Shops geht einfach schneller, da zum Beispiel schon ein Kundenkonto vorhanden ist. Um sich gegen Amazon, Zalando und Co. zu behaupten, sollten Onlinehändler neben Schnelligkeit und Convenience als Basisfaktoren auch auf ein besonderes Sortiment und kundenorientierte Services setzen. Durch Investitionen in die Kundenbindung kann auch die Differenzierung gelingen.

Wenn die Grenzen zwischen den Vertriebskanälen also immer weiter verschwimmen: Was werden wir dann in Zukunft überhaupt noch „E-Commerce“ nennen?

Risse: Die Trennung zwischen Online- und stationärer Welt entspricht nicht mehr der Kundenperspektive, das ist korrekt. Durch die Nutzung von Cross-Channel-Services, wie Reservieren & Abholen, wissen Konsumenten heute schon nicht mehr, wo sie schlussendlich gekauft haben, ob on- oder offline. Diese Entwicklung wird sicherlich noch verschärft durch den Einzug von Sprachsteuerung mit Amazon Echo, Google Home und Co. Durch eine Bestellung z. B. via Alexa wird der gesamte Check-out Prozess einfach übersprungen – dies wird definitiv große Auswirkungen auf die Handelslandschaft haben.

Welche Marktteilnehmer werden sich in dieser Zukunft überhaupt noch behaupten können?

Risse: Die Logistik ist das Nadelöhr – ohne professionelle Partner ist es für kleinere Händler schwer möglich, die entsprechende Versandlogistik zu stemmen, zumindest wenn sie skalieren möchten. Die großen Onlinehändler wie Amazon oder Zalando erhöhen den Druck permanent, indem sie immer schneller und auch flexibler liefern lassen. Noch erwartet zwar kein Online-Shopper zwingend die Lieferung am gleichen Tag – doch durch das kostenfreie Angebot ist es nur eine Frage der Zeit bis sich die Anforderungen der Konsumenten entsprechend anpassen. Große Player experimentieren außerdem mit innovativen Lieferkonzepten wie Drohnen, Robotern und Co. Diese Technologien stecken zwar noch in den Kinderschuhen, stoßen jedoch grundsätzlich auf Interesse bei Konsumenten. Onlinehändler sollten diese Entwicklungen gut beobachten und früh die entsprechenden Weichen stellen.

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