Warum du mit deinem Online-Shop in der Schweiz vertreten sein solltest

Foto Heidi Pfannes
27.09.2016 07:45
von Heidi Pfannes

Online-Shopping wird in der Schweiz immer beliebter. 2015 bestellten die Schweizer im Wert von mehr als 7,2 Milliarden Franken Produkte und Dienstleistungen – im Vergleich zu 2014 entspricht dies einem Anstieg von 7,5 Prozent. Aber reichen diese Zahlen, um als deutscher Online-Händler die Schweiz ruhigen Gewissens als Absatzmarkt zu bespielen? Gibt es Hindernisse beim Nicht-EU-Mitglied? In diesem Artikel erklären wir, warum du bei der Internationalisierung deines E-Commerce die Schweiz im Blick haben solltest.

Schweiz E-Commerce

Der kleine Markt der Eidgenossen wächst kontinuierlich – dank Kleidung und Elektronik

Laut einer Befragung von E-Commerce Europe lag im vergangenen Jahr der Umsatz im E-Commerce der Schweiz bei umgerechneten 8,5 Milliarden Euro. Im europäischen Ranking entspricht dies dem zehnten Platz. Im Vergleich zu 2015 stieg der Umsatz damit um 12,3 Prozent. Bis Ende 2016 rechnet das Institut mit einem Anstieg von 15,4 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.

Vor allem Non-Food-Produkte aus den Segmenten Heimelektronik, Kleidung und Schuhe sind immer stärker gefragt. Bei Nahrungsmitteln liegt der Anteil bei lediglich 1,8 Prozent und stagniert seit Jahren. Mehr als drei Viertel der weiblichen Online-Shopper kaufen Kleidung ein. Bei den Männern hingegen landen mit rund 60% Elektronikartikel auf Platz 1 der Online-Shoppingliste.

Mobiles Shopping bei jungen Schweizern gefragt

Wie auch in den europäischen Nachbarländern wächst in der Alpenrepublik der Anteil des Mobile-Shopping: Bei einer Umfrage unter Schweizer Online-Shop-Betreibern stellte sich heraus, dass bei mehr als der Hälfte der teilnehmenden E-Commerce-Händler ein Drittel aller Einkäufe über das Smartphone abgeschlossen wird – vor allem im Zug, aber auch als Beifahrer im Auto.

Je älter die Käufer in der Schweiz allerdings werden, desto stärker nimmt der Anteil der mobilen Konsumenten ab. Bei den Über-50-Jährigen sind es nur noch 9 Prozent, die sich per Smartphone oder Tablet in den Online-Shops aufhalten und Produkte bestellen. Aus diesem Grund solltest du abzuwägen, ob und mit welchen Waren es sich lohnt, in der Schweiz neue Umsätze zu generieren.

Die starke Preisstruktur des Franken bringt Päckli-Stationen hervor

Mit 22 Prozent stiegen Online-Auslandseinkäufe in der Schweiz überproportional auf 1,1 Milliarden Franken. Grund dafür ist dieStärke der schweizerischen Währung, die den Einkaufstourismus im Ausland im E-Commerce weiterhin ankurbelt.

Jedoch ist es für Schweizer Konsumenten teilweise schwierig, in deutschen Online-Shops Waren zu bestellen. Oft entfallen hohe Versandkosten, und viele Produkte werden erst gar nicht in die Schweiz versandt. Eine Lösung dafür stellen Packstationen in Grenznähe dar, an die sich die Schweizer ihre bestellte Ware schicken lassen. Ebenso haben sich inzwischen Portale wie Mein-Kauf.ch etabliert, die die Transaktionen aus den Nachbarsländern für die schweizerischen Kunden übernehmen. Auch wenn darauf Gebühren entfallen, ist der Einkauf für die Schweizer im Ausland kostengünstiger.

Hopp Schwiiz!

Um die Schweiz als Absatzmarkt zu gewinnen, sollte dein E-Commerce über die technischen Basics fürs Mobile-Shopping verfügen und die User Experience optimal bedienen. Ebenso ratsam ist es, genau zu schauen, ob du mit deinen Produkten die entsprechenden Zielgruppen und Käuferschichten bedienen kannst.

Jedoch solltest du beachten, dass der Kauf auf Rechnung bei den Schweizern nach wie bevorzugt wird – lediglich 13 Prozent aller Käufer bezahlten im vergangen Jahr per Kreditkarte oder über den Bezahldienst PayPal.



Vorheriger Blog

Jura-News im September 2016

Zum vorherigen Blog

Nächster Blog

Ausgezeichneter E-Commerce: Die Gewinner des Shop Usability Award 2016

Zum nächsten Blog

Nach oben